VISION Consulting beim Zukunftskongress Bayern: Governance als Schlüssel für digitale Verwaltung

5. Februar 2026

Der Zukunftskongress Bayern 2026 stand unter dem Leitmotiv „Innovation mit Takt und Tempo“ – ein treffender Fokus für eine Verwaltung, die längst über genügend digitale Werkzeuge verfügt, aber an fehlender Governance an Geschwindigkeit verliert.
Thomas Brendel hat für uns zentrale Impulse aus den Panels und Fachgesprächen mitgenommen. Auffällig war vor allem eines: Digitalisierung wird erst wirksam, wenn Steuerung, Priorisierung und Umsetzung in einer Linie liegen.
Die Vielzahl an Plattformen, Fachverfahren und föderalen Schnittstellen zeigt, wie groß der Bedarf nach klarer Ordnung ist.

Zentrale Erkenntnisse des Kongresses: 

1. Schaufensterdigitalisierung ist vorbei – echte Zentralisierung wird erwartet.
Die Diskussionen machten deutlich: OZG‑Schaufenster und kleinteilige EfA-Umsetzungen haben nicht geliefert.
Gefordert wird: Bündelung statt Fragmentierung, klare Standards und Vorgaben, zuerst landesweit, dann bundesweit, und im Kontext digitaler Souveränität zunehmend europäisch.Die Zeit der isolierten Pilotlogiken ist vorbei.

2. Die digitale Verwaltung hat die Werkzeuge – aber kein durchgängiges Taktgefühl.
Technologien, Basisdienste und Plattformen existieren – doch ohne verbindende Governance bleiben sie Stückwerk.
Der Bedarf ist klar: Struktur vor Technik, Verantwortung vor Aktionismus.

3. Analoge Parallelprozesse verhindern Wirkung.
Dr. Fabian Mehring formulierte es unmissverständlich:
„Man kann jedem Senior 24/7 eine IT‑Unterstützung zur Seite stellen und wäre immer noch 100 Mal wirtschaftlicher, als wenn man parallel den analogen Prozess weiter betreibt.“

Digitalisierung heißt Entscheidungen treffen – nicht Strukturen addieren.

4. Die  VISION setzt auf die richtigen Themen: Prozesse, Change, KI.
Nahezu jede Diskussion bestätigte unseren Kurs: Prozess-Optimierung als Basis für KI, Low‑Code, Automatisierung und Cloud.
Change‑Management als Erfolgsfaktor – Transformation gelingt nur mit Orientierung, Beteiligung und Transparenz.

5. KI ist über den Hype hinweg – jetzt zählt echter Nutzen.
Die Branche steht hinter einer klaren Erwartung: Herumprobieren reicht nicht mehr.
Agentic-AI ist der Schlüssel, um komplexe Antrags- und Genehmigungsprozesse wirklich zu digitalisieren.
Dafür braucht es Expert:innen, die spezialisierte LLMs und Agenten orchestrieren – sonst bleibt das Potenzial ungenutzt.

6. Digitale Souveränität heißt Wahlfreiheit – und professionelle Beratung.
Nicht Abhängigkeit, sondern informierte Entscheidungen sind das Ziel.
Gerade Kommunen sind damit oft überfordert. IT-Dienstleister wiederum agieren häufig auch als Anbieter – Objektivität wird schwierig.
Hier entsteht ein klarer Beratungsbedarf: souveräne Technologiewahl, realistische Bewertung der Digitalisierungs‑Dividende,
fundierte Investitionsargumentation bei knappen Haushalten.

Was wir für unsere Arbeit daraus mitnehmen:

Die Bedeutung verbindlicher Governance wächst – besonders in Ressort und ebenen übergreifenden Vorhaben. Wirkungsorientierung muss im Zentrum stehen: messbar, nachvollziehbar, alltagsrelevant.
Modernisierung braucht praxistaugliche Strukturen, nicht nur ambitionierte Absichtserklärungen.
Unsere Rolle bleibt klar: Wir bauen Strukturen, die funktionieren – verständlich, konsistent und menschzentriert.

 

 

 

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